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Aktuelle Termine

Schillerkiez in Quarantäne - Wie ist die aktuelle Situation der Akteur*innen?

Wir haben bei den Projekten nachgefragt!

Es sind nun knapp zwei Monate vergangen, in denen sich der Kiez in Quarantäne befindet. Wie das Jahr 2020 weiter verläuft, kann bisher noch niemand absehen. Planbar ist höchstens die nächste Woche und deutlich wird nicht erst jetzt das Ausmaß der Krise für Kiezleben, Kultur, wichtige Orte, das soziale Leben. Auch bei Spaziergängen durch den Schillerkiez ist die Veränderung deutlich zu sehen und zu spüren.

Wir haben bei den Akteur*innen nachgefragt, welche Auswirkungen die Corona-Maßnahmen auf ihre Arbeit haben, wo Unterstützung gebraucht wird, wie sie erreichbar sind und welche Pläne es gibt.

 

Das Schillament

Die durch das Corona-Virus bedingten Ereignisse und Einschnitte haben auch das SCHILLAMENT-Projekt ziemlich kalt erwischt. Beim ersten SCHILLAMENT-Treffen und Workshop im Februar (27.02.2020, im Gewölbekeller der Kiezkapelle) zeichnete sich die Ausbreitung des Virus nach Europa und auf weitere Kontinente zwar schon recht deutlich ab, aber dennoch stand das Thema noch nicht im Mittelpunkt des Kennenlernens und der weiteren Gesprächsrunden.

Da dieses Projekt darauf hinarbeitet, ein neues Gremium und eben auch unmittelbares Gesprächsforum für die Kiez-Nachbarschaft und Kiez-Akteur*innen zu begründen, ist eine derartige Einschränkung von Kontakten und Begegnungsmöglichkeiten sehr einschneidend. Wie auch in vielen anderen Bereichen tragen nun z.B. Video-Konferenzen und Telefonate dazu bei Kontakte, Netzwerkarbeit und Austausch aufrecht zu erhalten – natürlich mit den Chancen und Vorteilen, aber eben auch kleineren und größeren Schwierigkeiten, die diese technischen Alternativen manchmal so mit sich bringen. "Trotzdem ist es wirklich toll, trotz aller Einschränkungen und Verzichte, über eine Online-Konferenz in einer kontaktfreien aber dennoch direkten Interaktion mit anderen Kiez-Aktiven stehen zu können und sich auf diesem Weg gemeinsam über die Situation und alles Künftige austauschen zu können", sagt Projektkoordinatorin Joan Hoffmann. Zur Wahrung und Unterstützung aller notwendigen Maßnahmen des Infektionsschutzes verzichtet das Projektteam aktuell auf persönliche Treffen bei SCHILLAMENT-Runden oder auf Veranstaltungen. "Das ist im Hinblick auf unseren Wunsch im Kiez noch bekannter und präsenter zu werden leider total schade, aber nun wollen wir die Bekanntmachung des SCHILLAMENT-Projektes erstmal vermehrt auf „digitalen Wegen" fortsetzen. So sind wir unter Anderem dabei eine Facebook-Seite für das Projekt einzurichten", berichtet Joan Hoffmann.

Da es gerade schwierig ist, gut darüber Bescheid zu wissen, was im Hinblick auf Nachbarschafts- uns Kiezarbeit momentan möglich ist und was aus Gründen der Infektions-Eindämmung vorerst einfach nicht funktioniert, informiert sich das Team regelmäßig beim Bezirksamt Neukölln und bespricht dort Fragen zur aktuellen Situation. In den kommenden Wochen will das Schillament-Projektteam weiterhin die Möglichkeiten digitaler Formate des nachbarschaftlichen Austausches erproben und nutzen."Wir wollen aber auch herausfinden, wie wir im Rahmen von kleinen Kiez-Aktionen und Interventionen im Freien mit der Kiez-Nachbarschaft, natürlich in einem sicheren Abstand und ohne die Bildung von Grüppchen, Kontakte halten und knüpfen können", sagt Joan Hoffmann.

Erreichbar ist das Team momentan am besten per Email – Fragen, Ideen, Anregungen sind gerne willkommen. Kontaktdaten sind zu finden unter www.schillament.de

 

Der Schilleria-Mädchentreff

Seit dem 16. März ist die Schilleria geschlossen, stark zum Leidwesen der Kinder und Jugendlichen, die es vermissen, dort ihre Freundinnen* zu treffen und dringend Hilfe bei Schularbeiten brauchen. Über die digitalen Kanäle und durch mehrere WhatsApp-Gruppen gelingt es dem Team der Schilleria jedoch trotzdem, weiterhin in Kontakt mit vielen Stammbesucherinnen* zu bleiben: „Vor allem in solchen Zeiten haben die Mädels starke Bedürfnisse einfach nur zu reden und Hilfe zu bekommen“, sagt Schilleria-Co-Leiterin Vivien Bahro. Gemeinsam mit der pädagogischen Co-Leiterin Constanze Gülle und dem restlichen Schilleria-Team haben sie kleine Challenges kreiert, so zum Beispiel eine Backchallenge oder Bilderrätselaufgabe, die sich die Mädchen* einzeln in der Einrichtung abholen können.

Über Instagram und Facebook informiert die Schilleria über ihr Angebot während der Corona-Krise. Eine schrittweise Öffnung der Einrichtung für einzelne Mädchen*/junge Frauen* ist im Gespräch. Bis dahin bleibt das Team mit den digitalen Angeboten und dem Nachhilfechat aktiv. Erreichbar ist die Schilleria per Mail, Telefon und auch teilweise in der Einrichtung. Die Vernetzung mit den anderen Akteur*innen besteht weiterhin und es gibt erste Ideen und Kooperationsanfragen für Projekte nach Corona.

Das Team ist zu den Telefonsprechzeiten dienstags, donnerstags und freitags von 13 bis 15 Uhr in der Einrichtung anzutreffen.

Instagram: schilleria.berlin

Facebook: schilleriamaedchen

TikTok: @schilleria.berlin

Snapchat: Schilleria Mädchentreff

Chat für Hausaufgaben/ Nachhilfe/Prüfungsvorbereitung: https://meet.jit.si/SchilliNachhilfe

https://schilleria.blogspot.com/

 

Der Bildungsverbund Schillerkiez

Auch die Arbeit des Bildungsverbunds Schillerkiez, Akteur*innen zusammen und in einen Austausch zu bringen, wurde durch die Corona-Pandemie stark beeinflusst. Unter anderem musste daher das Netzwerktreffen des Bildungsverbundes Ende März abgesagt werden. „Die ersten zwei Wochen der Krise war ich abwartend und habe liegen gebliebene Dinge erledigt. Zudem habe ich die Zeit genutzt und ein Projekt in Angriff genommen, das schon länger in der Pipeline war“, berichtet Projektkoordinatorin Azra Vardar. Gemeint ist ein Erklärfilm zum Thema „Übergang in die Oberschule“, den der Bildungsverbund zusammen mit der Schillerwerkstatt und der Schülerhilfe Maja umsetzt.

Die Koordinierungsstelle ist in telefonischem Austausch vor allem mit Kitas und Schulen, um einen Eindruck von der Lage in den jeweiligen Einrichtungen zu bekommen. „Sorge macht mir vor allem, wie Kinder gerade aus sozial schwächeren Familien in dieser Zeit zurechtkommen“, sagt Azra Vardar. Für die nächsten Wochen ist ein Video-Treffen geplant, sodass ein Teil der Austauschformate digital weiter besteht. Andere Arbeitsschwerpunkte wie zum Beispiel die direkten Kooperationen zwischen Schule und Kitas liegen auf Eis, da die Fachkräfte in den Einrichtungen erstmal ausgelastet sind mit den neuen Umständen.

Neben dem digitalen Austausch soll in den nächsten Tagen und Wochen geprüft werden, wie die Koordinierungsstelle des Bildungsverbunds die Bildungseinrichtungen unterstützen kann.

Alle Infos zu der Erreichbarkeit und de geplanten Projekten hier:

http://www.bildungsverbund-schillerkiez.de/

 

Die Schillerwerkstatt

Die Corona-Krise traf die Schillerwerkstatt mitten in der Startphase des Projekts „Medienpädagogik im Donaukiez“, das heißt die geplanten Workshops mussten abgesagt werden und die Teilnehmendenakquise für die Redaktionen wurde vorerst abgebrochen. „Vor allem in den ersten Wochen war es wichtig, sich etwas zurückzuziehen, um mit der Situation und der Unsicherheit klarzukommen“, sagt Projektkoordinatorin Stefanie Battisti. Einige im Schillerwerkstatt-Team sind Eltern, andere sind mit Personen aus der Risikogruppe in Kontakt oder mussten sich um kranke Menschen im näheren Umfeld kümmern.

Neue Konzepte mussten bald her und so begab sich das Team in regen Austausch mit ihren Kooperationspartner*innen, um das Angebot den neuen Herausforderungen anzupassen.

Dabei entstanden neue Kooperationsprojekte. „Im Gespräch mit einigen Kiezbewohner*innen haben wir erfahren, dass viele Eltern und vor allem auch ältere Menschen bei der Nutzung von Technologien und bei der Online-Kommunikation zur Zeit besonders überfordert sind“, so Stefanie Battisti. Deshalb wurde in Zusammenarbeit mit Interkular eine Medien-Beratungshotline eingerichtet und zunächst davon abgesehen, das Workshopprogramm auf online umzustellen. „Bei vielen Familien fehlen Computer oder sogar der Internetanschluss (und eben auch: die Medienkompetenz), um ein Angebot solcher Art wahrzunehmen. Deshalb haben wir zunächst auf die niedrigschwellige Offlinevariante gesetzt!“

Die Beratungshotline (0176-61711290) ist Montag, Mittwoch und Freitag von 11 bis 14 Uhr und Dienstag und Donnerstag von 14 bis 17 Uhr erreichbar.

Die Schillerwerkstatt arbeitet seit einiger Zeit in enger Zusammenarbeit mit Life e.V. und dem QM Donaustraße Nord an der Entwicklung der Kiez-Infosäulen. In diesem Rahmen übernimmt die Schillerwerkstatt die Gestaltung der Infosäulen für das "Donaueck". Außerdem ist sie für die Moderation und Pflege des schwarzen Brettes für die Kiezbewohner*innen zuständig. Daraus soll eine Wandzeitung als Alternative zur ursprünglich geplanten Kiezzeitung entstehen.

Folgende Veranstaltungen mussten abgesagt werden:

- ein geplanter Tag der offenen Tür

- die Ausstellung Kiezköpfe konnte seit 15. März nicht mehr gezeigt werden, soll aber durch ein Online-Format ersetzt werden

- die Planung des Schillerfilmfests und der Sommer-Workshop "Unsere Sprache" im Nachbarschaftshaus Vielfalt wurde bis auf Weiteres verschoben

Alle Infos zu den Ausschreibungen und Projekten der Schillerwerkstatt:

https://www.schillerwerkstatt.de/

 

WEITERE BERICHTE KÖNNEN AN evaschneider.redaktion@posteo.de ZUR VERÖFFENTLICHUNG GESENDET WERDEN.