html_5 Quartiersmanagement Schiller-Kiez: „Die besten Schulen für die schwierigsten Kieze“ – der Kongress StadtBildung in der Gropiusstadt
Logo Städtebauförderung durch Bund, Land und Gemeinden Logo Bundesregierung
Logo Europäischer Fonds für regionale Entwicklung Logo Stadt Berlin
Logo Soziale StadtLogo Bezirk Neukölln
Logo Europäische Union

Kiezdokumentation

Mensch Alter!

Download

Aktuelle Termine

Sonntag, 22. April 2018  10:00 Uhr

Berliner Klimatag 2018 in Neukölln

Dienstag, 24. April 2018  18:30 Uhr

Mieterberatung

Donnerstag, 26. April 2018  09:30 Uhr

Mieterberatung

Donnerstag, 26. April 2018  18:00 Uhr

Fördermittelberatung im Schillerkiez

Dienstag, 01. Mai 2018  18:30 Uhr

Mieterberatung

Donnerstag, 03. Mai 2018  09:30 Uhr

Mieterberatung

Donnerstag, 03. Mai 2018

Quartiersratswahlen im Schillerkiez

Dienstag, 08. Mai 2018  18:30 Uhr

Mieterberatung

Donnerstag, 10. Mai 2018  09:30 Uhr

Mieterberatung

Donnerstag, 10. Mai 2018  18:00 Uhr

Fördermittelberatung im Schillerkiez

„Die besten Schulen für die schwierigsten Kieze“ – der Kongress StadtBildung in der Gropiusstadt

CAMPUS EFEUWEG – Inwiefern ist der Bildungscampus eine Lösung für mehr Chancengleichheit in Großsiedlungen? Was kann ein solcher Bildungscampus mehr leisten für Quartiere mit besonderen Bedarfen? Welche bundesweiten Lösungsansätze gibt es bereits, Quartiere und ihre Schulentwicklung integrierter zu betrachten?

Diese Fragen und Vieles mehr wurden auf dem Kongress StadtBildung am 15.3. im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt mit mehr als 200 Beteiligten ausführlich diskutiert. Die Transferagentur für Großstädte der deutschen Kinder- und Jugendhilfe, welche Kommunen an der Schnittstelle von Bildung und Stadtentwicklung berät, lud die zahlreichen Gäste dazu ein, an diesem Tag positiv und lösungsorientiert über die häufig diskutierten Großsiedlungen und ihre Bildungslandschaften nachzudenken. Daher saßen nicht nur Schulpersonal, sondern auch StadtentwicklerInnen im Publikum, genauso wie einige ExpertInnen aus der Jugendarbeit. Die gemeinsame Vernetzung der Akteure untereinander war ein weiteres Anliegen des Kongresses.

 

Schule und Quartier gemeinsam denken

Bevor sich die Anwesenden in den neun Workshops tiefer austauschen können, berichtet die Neuköllner Bezirksstadträtin für Bildung, Schule, Kultur und Sport, Karin Korte, über die erfolgreiche Campusentwicklung in der Gropiusstadt. Seit 2008 ist der Campus Efeuweg bereits in der Mache und zeigt somit beispielhaft Erfolge, jedoch auch Schwierigkeiten des gemeinschaftlichen Kraftaktes. Jochen Lang von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen möchte noch mehr Experimente wagen und dankt zugleich den starken Partnern in der „Arrival City Gropiusstadt“ für ihr Engagement. Thomas Duveneck von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie betont, dass sich Schulen unbedingt ein Profil geben, sich öffnen und mit anderen Bildungsakteuren kooperieren müssten. Ein Problem sei allerdings der starke Mangel an guten pädagogischen Fachkräften. Einig sind sich die EröffnungsrednerInnen: ein Bildungscampus muss sich dem Stadtteil öffnen und umgekehrt.

 

Die Kennedy-Frage: Was kann ICH tun?

Karl-Heinz-Imhäuser von der Denkwerkstatt der Montag Stiftung erläutert das pädagogische Know-How, das für erfolgreiche Bildungslandschaften der Zukunft notwendig ist: Der Machen-Modus muss eintreten, es sollte unternehmend gelernt werden und nicht immer nur in „meins“ und „deins“ gedacht werden. Allerdings müssten Fachkräfte auch auf den Wandel eingestellt werden – die Beteiligten müssen hierbei als Netzwerk begriffen werden. Und vor allen Dingen sollte sich jeder selbst die sogenannte „Kennedy-Frage“ Stellen: was kann ICH für das gemeinsame Ziel tun?

Bernd Hunger vom Kompetenzzentrum Großsiedlung e.V., Städtebauer und Stadtsoziologe, schwelgt in seinem Vortag über die einst noblen Absichten der PlanerInnen der deutschen Großsiedlungen des 20. Jahrhunderts. Häufig begreife man nur „von innen“ wie diese funktionierten. Daher seien Großsiedlungen oft missverstanden und zu Unrecht verrufen. Für eine Campusentwicklung betrachtet er vor allem „identifizierbare Räume“ als notwendig.

In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Herrn Lang, Duveneck, Imhäuser, Hunger, Frau Nast (Transferagentur für Großstädte) und Frau Million (Institut für Stadt- und Regionalplanung, TU Berlin) wurde betont, dass die Initiative zu Campusprojekten sowohl von Kommunen als auch von Bildungsakteuren ergriffen werden könne, es müsse also nicht immer „von oben“ kommen.

 

Räumliche Lerncluster auf dem Campus Efeuweg – der Masterplan

Eine Führung über den sich im Bauzustand befindlichen Campus läutete Workshop 1 im Mensaanbau der Gemeinschaftsschule Campus Efeuweg ein. Pädagogisches Bauen, stadtplanerische Aspekte und das Bildungsprogramm der Schule wurden mit Schulleiter Fischer und Frau Francke, Koordinatorin Frau Rolfes und Herrn Pieper der regionalen Schulaufsicht Neukölln diskutiert. Die Vernetzung der Gemeinschaftsschule mit dem Oberstufenzentrum Lise-Meitner und der Kitas untereinander, aber auch die Kooperation mit weiteren Einrichtungen auf dem Campusgelände wie dem Jugendzentrum UFO ist von großer Wichtigkeit für das Gelingen des Projektes – und natürlich die Anbindung ans Quartier. Ursprünglich war es einmal der Bildungsverbund der Gropiusstadt, der den Bildungscampus initiiert hatte. Es bleibt aber auch in Zukunft wichtig, sozialräumlich zu denken.

In diesem Sinne sind im Masterplan des Landschaftsarchitekturbüros Stefan Bernard (SBL) besondere bauliche Maßnahmen vorgesehen. Das neue Zentrum für Sprache und Bewegung soll eines der Highlights werden und auch Nutzungen außerhalb der Schulzeiten bieten. Aber auch viel Freiraum und Bewegung werden im verkehrsberuhigten Bereich des Campus eine zentrale Rolle spielen. Die Architektur soll vor allem neuen Lernformen unterstützen: Lerncluster werden sowohl räumlich als auch pädagogisch bespielt, sodass das Bildungsprogramm noch besser greifen kann. Denn auch an der Gemeinschaftsschule gibt es noch große Herausforderungen wie z.B. den besonderen Bedarf an Sprachentwicklung. Ein großes Hindernis ist auch die teils fehlende inhaltliche Beteiligung der Eltern. Das jahrgangsbezogene Blockmodell im Ganztag funktioniert jedoch bereits erfolgsversprechend – es ist zweifellos viel im Gange auf dem Campus Efeuweg.

 

Kooperationspflege braucht Zeit

Dies betonte nicht nur der Schulleiter im Workshop, sondern auch die Teilnehmenden der abschließenden Gesprächsrunde mit Bundesfamilienministerin Franziska Giffey. Schulsozialarbeit und ein motiviertes Kollegium seien wichtige Bestandteile. Um mehr Chancengleichheit in der Großsiedlung zu ermöglichen, müssen also alle Kooperationspartner an einem Strang ziehen (alle Thesen aus den Workshops siehe Foto).

Gespannt verfolgen wir die weiteren Entwicklungen auf dem Campus Efeuweg!