html_5 Quartiersmanagement Schiller-Kiez: Eine Raum- und Zeitreise durch 20 Jahre Soziale Stadt im Schillerkiez
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Eine Raum- und Zeitreise durch 20 Jahre Soziale Stadt im Schillerkiez

Wenn man genau hinsieht, machen sich 20 Jahre Soziale Stadt im Kiez überall bemerkbar. Vieles hat sich verändert seit Beginn des Quartiersmanagements – und einige Themen bleiben doch immer aktuell. Quartiersmanager Gunnar Zerowsky nimmt uns mit auf einen retrospektiven und gleichzeitig in die Zukunft blickenden Kiezspaziergang.

Wir starten auf der Schillerpromenade, dem städtebaulichen Herzstück des Kiezes. Zuletzt 2001 durch Soziale Stadt-Mittel saniert, haben 18 Jahre intensive Nutzung ihre Spuren hinterlassen. Mit dem Baufonds können solche Sanierungen im öffentlichen Raum finanziert werden. Als letzte Förderinvestition wird die Promenade noch einmal in einem ausführlichen Begleitverfahren erneuert. Auch die Karl-Weise-Schule profitiert von dieser Förderung. Die Umgestaltung des Schulhofes, neue WC-Anlagen, ein Fußballplatz und sogar eine Kletterwand sind in der Mache.

Wir schwenken den Blick zum Herrfurthplatz, welcher als gesamter Platz der Evangelischen Kirchengemeinde gehört. In Kooperation mit derselben und anderen Religionsgemeinschaften im Kiez wurde hier vor einigen Jahren mit QM-Mitteln der Treffpunkt Religion und Gesellschaft ins Leben gerufen und ein interkulturelles Begegnungszentrum geschaffen. Samstags zieht dort der Schillermarkt neue und alte Kiezbewohner*innen an – er wurde vor zehn Jahren von der Nachbar*inneninitiative Pro Schillerkiez reaktiviert.

Die Schließung des Flughafens und die damit verbundene (neue) Attraktivität des Kiezes, haben Mieter*innen, Gewerbetreibende und auch soziale Einrichtungen deutlich zu spüren bekommen. Die Schilleria als wichtige Freizeiteinrichtung für Mädchen und junge Frauen an der Ecke Herrfurthstraße/Weisestraße, muss trotz Übernahme ihrer Mieterhöhung durch den Bezirk um ihre langfristige Absicherung bangen. Die enormen Gewerbemieten und zahlreichen Kündigungen machen sich in hoher Fluktuation der gastronomischen Einrichtungen bemerkbar. Das wohl prominenteste Beispiel ist die Kündigung der Kiezkneipe Syndikat durch die Pears Global Immobiliengruppe, gegen welche sich der Kiez seit Monaten solidarisch wehrt. Die informelle Infowand an derselben Straßenecke ist schon seit Jahren Ausdruck dieses Kampfes.

In diesem Kontext werden frei nutzbare Kiezräume für nachbarschaftliche Gruppen immer wichtiger. Der Nachbarschaftstreff in der Mahlower Straße ist einer dieser Räume, der Initiativen kostenfrei zur Verfügung steht. Gunnar Zerowsky erwähnt, dass es momentan (und verglichen zu Anfang der Nullerjahre) in Bezug auf Fördergelder eigentlich gut aussehe. Davon profitiert auch der Spielplatz Mahlower Straße – er wird ebenfalls saniert und zu einem Inselparadies transformiert. Die Gestaltung basiert auf dem Entwurf dreier junger Anwohner*innen im Rahmen des Jugendbeteiligungsprozesses durch das QM. Auf Forderung einiger älterer Nachbar*innen wird auch der Gehweg Mahlower Straße vorzeitig saniert. Denn die Bedürfnisse sind je nach Alter bekanntlich unterschiedlich.

Nach einem Abstecher auf die Hermannstraße und in den Hermannshof, einer der wenigen Gewerbehöfe im Schillerkiez, sehen wir uns Projekte auf dem Tempelhofer Feld genauer an. Der Grund dafür, dass an einem Samstag schon einmal 10-15.000 Menschen durch den Kiez laufen, ist weit mehr als nur ein Park. Das vom QM geförderte Windrad produziert Strom für den Fahrradcontainer und freies W-Lan auf dem Feld und dient vor allem als Lernort für Schüler*innen aus dem Kiez. Auch das M.I.N.T. grüne Klassenzimmer der Peter-Petersen-Grundschule erfüllt wichtige naturwissenschaftliche Lehrfunktionen. Das Feld ist mit seinen vielseitigen Nutzungen zum Experimentierraum für die Nachbarschaft geworden.

Und besonders im Südkiez lohnt es sich genauer hinzusehen: die Friedhofsflächen werden gemeinwohlorientiert entwickelt und öffnen sich der Nachbarschaft. Warthestraße und Wartheplatz werden noch einmal baulich saniert, um für die neuen Nutzungen gewappnet zu sein. St. Jacobi entwickelt sich mit der Nutzung der Prinzessinengärten und der Öffnung der Kiezkapelle zu einem neuen nachbarschaftlichen Zentrum im Schillerkiez. Mit den zahlreichen involvierten Aktiven und Initiativen werden also auch die Jahre nach dem Quartiersmanagementende 2020 sehr spannend bleiben.