html_5 Quartiersmanagement Schiller-Kiez: Inklusionsprojekt gestartet
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Inklusionsprojekt gestartet

Der inklusive Schillerkiez - einer für alle

Ein Kiez für alle - das soll er sein bzw. werden mit dem aktuell startenden Projekt „Anders und doch gleich - Schillerkiez inklusiv gestalten“.

Um eine Idee zu bekommen, was das genau meint, wenn ein Quartier so sein soll, dass wirklich alle ausnahmslos an allem teilhaben können und niemand aufgrund seiner individuellen Voraussetzungen bzw. Einschränkungen automatisch ausgegrenzt wird, muss man sich erstmal klarmachen, welche Teilhabe-Barrieren es in einer Gesellschaft gibt.

„Barrierefrei“ verbinden die meisten mit der Rampe für Rollstuhlfahrer. Eine inklusive Gesellschaft muss aber mehr Einschränkungen berücksichtigen als „nur“ Bewegungs-, Seh- oder Hörbehinderungen. Die meisten Einschränkungen sind dabei noch nicht mal offenkundig sichtbar, wie z B. geistige und psychische. Schüler und Schülerinnen, mit Lernschwierigkeiten, die den Schulstoff gemäß der Lehrpläne nicht ohne weiteres absolvieren können, Menschen mit Depressionen, die mit den Anforderungen des Alltags nicht mehr klarkommen beispielsweise.

Nobody ´s perfect. So gesehen sind individuelle Einschränkungen in einer Gesellschaft alles andere als eine Ausnahme sondern schlicht normal. Die Förderorganisation „Aktion Mensch“ formuliert es auf ihrem Portal www.aktion-mensch.de so: „Wenn anders sein normal ist, dann ist das Inklusion“. Inklusion setzt an dem Recht jedes Menschen an, in einer Gesellschaft dabei zu sein. Auch wenn sich diesem Recht mit der UN-Behindertenrechtskonvention, der auch Deutschland 2006 beigetreten ist, 170 Länder verpflichtet haben, hinkt die Umsetzung im Alltag für viele Lebensbereiche noch weit hinterher. Selbst ins öffentliche Bewusstsein schafft es das Thema nur schwer.

Projekt „Anders und doch gleich“ soll Schillerkiez inklusiv gestalten

Mit dem Projekt „Anders und doch gleich“, für das Hannah Nagl und Oliver Burda vom Quartiersmanagement beauftragt wurden, soll der Schillerkiez inklusiv gestaltet werden. Das Thema ist für die Stadtplanerin und den Architekten nicht neu - mit der Tätigkeit für das Kompetenzzentrum der Technischen Universität Berlin (www.kompetenzzentrum-barrierefrei.de ) und der Entwicklung von Inklusionskonzepten für Aktion Mensch bringen beide qualifizierte Erfahrungen mit.
Neu und ebenso spannend ist für sie der Bezugsraum, nämlich ein ganzes Quartier inklusiv zu betrachten. Dem Schillerkiez kommt damit Modellcharakter zu - vergleichbare Projekte gibt es bislang weder in Berlin noch im Bundesgebiet.

Auch wenn im Rahmen dieses Projektes die ein oder andere baulich/technische Umbaumaßnahme, wie z.B. die typische Rampe, umgesetzt wird, meint inklusiv gestalten für sie weit mehr. „Alle Leute können Autofahren, aber die wenigsten können mit jemandem umgehen, der emotional-soziale Einschränkungen hat. In Schulen beispielsweise müssen Eltern, Lehrer und Mitschüler­Innen genau das können, da unter den sog. IntegrationsschülerInnen 80 % einen ebensolchen em-soz. Förderstatus haben, erläutert Oliver Burda.

Im Laufe des Projektes werden Antworten und Lösungen zu suchen und herauszuarbeiten sein für die Frage, wie ein inklusives Quartier aussehen soll, in dem Menschen, die von Transferleistungen leben, ebenso wie gut situierte Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, Männer und Frauen, unabhängig von ihrem Alter, ihrem Gesundheitszustand, ihren sexuellen Neigungen ihren Raum finden.

Welcher Rahmenbedingungen bedarf es dafür und vor allem welche sozialen Barrieren müssen dafür überwunden werden, die weg von dem Schwarzweiß denken führen?

Kommunikation mit vielen Akteuren im Kiez

Bis zu einem Inklusionskonzept inklusive der Formulierung konkreter Maßnahmen, die eher in der Schlussphase des bis Ende 2019 laufenden Projektes zu erwarten sind, steht eine breite  Kommunikation im Kiez an: mit Anwohner(gruppen), Trägern öffentlicher Einrichtungen wie  Schulen, Kitas, Begegnungszentren, Bezirksverwaltungen, Wohnungseigentümer u.a.. Dabei soll auch ein Kooperations- und Kommunikationsnetzwerk aufgebaut werden.

„Wir streben die Kooperation mit dem gesamten Schillerkiez an“, sagt Hannah Nagl und so wird sie zusammen mit Oliver Burda in der ersten Projektphase bis zu den Sommerferien viel Kontaktarbeit vor sich haben. Eine ganze Reihe Institutionen im Schillerkiez haben bereits Interesse und ihre Kooperationsbereitschaft an dem Projekt bekundet. Darunter das Bezirksamt Neukölln, der Bezirksbeauftragte für Menschen mit Behinderung, der Bildungsverbund Schillerkiez, der Nachbarschaftstreff im Schillerkiez, das Netzwerk behinderter Frauen Berlin e.V., Stadt und Land Wohnungsbaugesellschaft mbH, der Beirat von Menschen mit Behinderung, Neukölln, das Interkulturelle Kinder- Jugend und Elternzentrum "Kinderwelt am Feld", die Karl-Weise-Schule, das Schilleria Mädchencafé, das Nachbarschaftsheim Neukölln e.V., das Nachbarschaftscafé Warthe-Mahl, die Karlsgartengrundschule, der Jugendclub Yo!22“.

Wie auch immer Ende 2019 ein „inklusiver Schillerkiez“ aussehen wird, jenseits konkreter Maßnahmen sollte durch das Projekt eines bewirkt werden - die Sensibilisierung für ein großes und wichtiges Thema in einer Gesellschaft, in der niemand „normal“ ist, sondern alle „Anders und doch gleich“ . rs