html_5 Quartiersmanagement Schiller-Kiez: Jugendbeteiligung im Schillerkiez
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Jugendbeteiligung im Schillerkiez

Jugendbeteiligung im Schillerkiez

Ausgangssituation:

Das QM-Gebiet Schillerpromenade hat ca. 23000 BewohnerInnen, von denen knapp 10 Prozent Kinder- und Jugendliche im Alter zwischen 6 und 18 Jahren sind. Für diese Kinder und Jugendlichen stehen im Gebiet drei Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen zur Verfügung:

- Der Mädchentreff "Schilleria", in freier Trägerschaft, zentral im nördlichen Schillerkiez gelegen, richtet sich an Mädchen ab 7 bis 21 Jahren

- Der Jugendtreff "Yo!22", ebenfalls in freier Trägerschaft, im südlichen Teil des QM-Gebietes, dem "Warthekiez" gelegen, für Jugendliche ab 14 Jahren und

- die Kinder- und Jugendeinrichtung "Kinderwelt am Feld", in kommunaler Trägerschaft, ebenfalls im südlichen Teil des QM-Gebietes, dem "Warthekiez" gelegen, für Kinder- und Jugendliche zwischen 6 und 15 Jahren.

 In allen Einrichtungen stellen die Kinder und Jugendlichen aus Familien mit Migrationsgeschichte den Hauptanteil (bis zu 99%)der Besucher und Besucherinnen, der überwiegende Anteil aus sozial deprivilegierten Familien.

In den Einrichtungen selbst wird, mit unterschiedlichen Ansätzen, partizipativ gearbeitet. Bisher punktuell werden zum Beispiel umgesetzt:

- Abstimmungen zu eingereichten Gestaltungsvorschlägen

- das Aushandeln von Regeln

- Möglichkeit der "Ideenbox", um Wünsche, Kritik oder Anregungen mitzuteilen

- Erstellung von Imagefilmen als medienpädagogisches Wunschprojekt

- Dialoge und Befragungen

Aufgrund der vorhandenen BesucherInnenstruktur steht allerdings oft die Grundlagenarbeit zur Beteiligung im Fokus. Weiterführende Projekte, welche bis in den Sozialraum der Kinder und Jugendlichen hineinwirken würden, als auch das Hinführen junger Menschen zum eigenen aktiven Handeln und Mitgestalten ihres Umfeldes befördern würden, sind auch aufgrund fehlender finanzieller und personeller Kapazitäten in den Einrichtungen nicht möglich.

Ebenso gibt es im sich in seiner BewohnerInnenstruktur langsam verändernden Schillerkiez neu hinzugezogene und weitere Kinder und Jugendliche, die die Kinder- und Jugendeinrichtungen nicht kennen. Somit bleibt ihnen der Zugang zu Beteiligungserfahrungen wahrscheinlich verwehrt. Zu erwarten ist auch, dass mit der voraussichtlich im Sommer 2017 bezugsfertigen Flüchtlingsunterkunft Netzestr. weitere Kinder und Jugendliche im Kiez sein werden, die von den Angeboten und Partizipationsprojekten der Kinder- und Jugendeinrichtungen erreicht werden sollen. 

Gesellschaftliche Teilhabe und Jugendbeteiligung für die Mitgestaltung des soziokulturellen Raumes und des Kiezes, aber auch in der Schule und in den Jugendfreizeiteinrichtungen sind wichtig und notwendig. Trotzdem beobachten die Jugendeinrichtungen bisher immer wieder, dass viele Kinder und Jugendliche wenig mit Beteiligungsstrukturen vertraut sind und sie deswegen wichtige Erfahrungen zur gesellschaftlichen Teilhabe nicht machen bzw. sich im schützenden, vertrauten Umfeld selten ausprobieren können.

Ziele:

1. Die Kinder- und Jugendbeteiligung in den Einrichtungen selbst soll gestärkt und ausgebaut, neue Ansätze und Methodiken sollen erprobt und ggfs. implementiert werden.

Hierfür wird jeweils vor Ort mit dem Projekt begonnen und mit den Kindern und Jugendlichen folgende Themenschwerpunkte erarbeitet und analysiert:

- warum Beteiligung wichtig und sinnvoll ist

- wie gelebte Beteiligung gestaltet werden kann und welche Beteiligungsformen sich die Besucherinnen und Besucher der jeweiligen Einrichtung wünschen und für sinnvoll erachten bis hin zur

- Implementierung eines regelmäßigen, kontinuierlichen "Clubrates", in welchem sich Diskussionskultur und Lösungswegsuche durch die benannten Beteiligungswünsche der Kinder und Jugendlichen etablieren und umsetzen lassen.

2. In der folgenden Phase des Projektes soll die einrichtungsübergreifende Vernetzung implementiert werden. Die Kinder und Jugendlichen der Einrichtungen sollen sich zunächst einmal kennenlernen, indem zum Beispiel

- gegenseitige Besuche organisiert werden,

- Allen Einrichtungen die eigene Beteiligungsarbeit und deren Ergebnisse in Präsentationen gezeigt werden kann und

- Hospitationen bei der Beteiligungsarbeit der jeweils anderen KJFEs durchgeführt werden und

- gemeinsame Aktionen der Kinder und Jugendlichen, wie zum Beispiel gemeinsames Kochen und Essen oder eine Sportaktion durchgeführt werden.

3. Im letzten Drittel des Projektes soll durch die Kinder und Jugendlichen der Kiez und ihre Lebenswelt unter dem Aspekt der Mitbestimmung erforscht werden. Hierfür werden Exkursionen in das QM-Gebiet unternommen, als erstes Orte und Räume kennengelernt, die sie aufgrund der rasanten Veränderung des Kiezes nicht kennen oder kennen aber mitgestalten möchten.

Nach diesen Kiezbegehungen haben die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, sich mit Veränderungswünschen in ihrem sozialräumlichen Lebensumfeld auseinanderzusetzen. Ein mögliches Ziel bei der Übertragung der gesellschaftlichen Teilhabe in den Kiez könnte sein, dem QM des Gebietes Veränderungsvorschläge machen zu können.

Langfristig soll die Stabilisierung der gesellschaftlichen Teilhabe bei allen jugendlichen Akteuren erfolgen, da sowohl die jetzigen Besucher und Besucherinnen als auch neu angesprochene Kinder und Jugendliche sich weiterhin sowohl für ihre Belange innerhalb der eigenen Einrichtung als auch im Quartier engagieren. Durch die mögliche Mitbestimmung und -gestaltung können die beteiligten Kinder und Jugendlichen eine Verbindung zu gesellschaftspolitischen Prozessen herstellen, Verantwortungsgefühl gegenüber ihrem eigenen Kiez entwickeln und können zukünftig in der Lage sein, ihre Erfahrungen auch in weitere gesellschaftliche Prozesse zu übertragen. 

Maßnahmen:

1. Phase:

Analyse und Implementierung erweiterter Beteiligungsstrukturen innerhalb der Einrichtungen wie z.B. Einführung regelmäßiger Plenen / Clubräte, Wahl von Kinder- und Jugendvertretern / -sprechern, Bewerbung und Abstimmung verschiedener Projekte und Maßnahmen wie Freizeitprojekte, Einrichtungsgestaltung, Farbgestaltung etc.  

2. Phase:

1.Teil:

Analyse der Bedarfslagen Jugendlicher außerhalb der Einrichtung durch Vernetzung der einzelnen Einrichtungen:

*Hospitationen in anderen Clubs

*gegenseitige Einladungen für Präsentationen der eigenen Arbeit im Club

*gemeinsame Aktionen wie Kiezbegehungen, Projektarbeiten, Auftritte, Sport & Spiel...

*Ungezwungene Treffen / gemeinsame Plenen der Clubräte organisieren: für den Austausch & zur Entscheidungsfindung von gemeinsamen Wünschen.

2. Teil:

Kontaktaufnahme, Werbung, Wecken von Neugierde und Anbindung neuer, bisher unerreichter Kinder und Jugendlichen durch die Jugendlichen der Clubs selber:

in Schulen, Flüchtlingsheim etc. gehen & sie ansprechen, begeistern für Jugendclubs und deren Aktionen

(evtl. Möglichkeit schon nutzen bei einem gemeinsamen Sommerfest der Jugendclubs zu Beginn der 2. Phase)

Neue Kinder und Jugendliche in die Clubs & Räte einbinden, mit ihnen Kiezaktionen planen & durchführen, z.B. Tanz- oder Rapauftritte, Sportfest, Vokü etc.

3. Phase:

Auswertung des Projektes, Verselbstständigung der geschaffenen Beteiligungsstrukturen, gegenseitige Abschlusspräsentation der durchgeführten Projekte / Aktionen

Dem Quartiersmanagement Veränderungs-wünsche vorlegen, Beitritt der Jugendlichen zum Quartiersrat anstreben & äußern für zukünftige Mitbestimmung im Quartier

Projektlaufzeit:

7-2017 bis 12-2019

Projektmittel:

55.000€

Träger:

Outreach gGmbH

Ansprechpartner:

Ralf Gilb, Thasin Oezkan gilb@sozkult.de