html_5 Quartiersmanagement Schiller-Kiez: Nachhaltige Energieproduktion im Schillerkiez
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Nachhaltige Energieproduktion im Schillerkiez

Ausgangssituation

Die BewohnerInnen des Schillerkiezes haben sich aktiv für den Erhalt des Tempelhofer Feldes und fürdie Ausarbeitung des Entwicklungs- und Pflegeplans (EPP) eingesetzt und nutzen das grüne THFQuartiermit direktem Zugang: Die Neuköllner Seite am Schillerquartier wird sowohl von AnwohnerInnen,als auch von Bildungseinrichtungen intensiv für Freizeit, Erholung, Sport, Naturerfahrungen undBildungserleben genutzt. Die Pioniergemeinschaft am Eingang Oderstraße hat sich seit vielen Jahren zueinem wichtigen Umweltbildungsstandort für Kindertagesstätten und Schulen in Nord-Neuköllnentwickelt. Umweltbildung ist daher auch ein wesentlicher Bestandteil des Naturschutzes auf demTempelhofer Feld. Dementsprechend ist ein Umweltbildungskonzept im EPP gemeinsam mit wichtigenAkteurInnen des Feldes und den BerlinerInnen formuliert worden. Darin kommt zum Ausdruck, dass dasThema Erneuerbare Energien/ Energiewende von vielen Beteiligten für die zukünftige Entwicklung aufdem Feld von großer Bedeutung ist. Alle Projekte auf dem Tempelhofer Feld von denen viele imSchillerkiez beheimatet sind, (z.B. Stadtteilgarten Schillerkiez) zeigten sich interessiert anErneuerbaren Energien und nach der Möglichkeit sich damit versorgen zu können. Jedoch wurde klar,das für die öffentliche Diskussion Informationen und Erfahrungswerte fehlen. Es besteht einzeitgemäßer Bedarf nach Hintergrundwissen, um die Prozesse der Regenerativen Energiegewinnungumfassend verstehen und bewerten zu können. Hinzu kommt, dass insbesondere Schulen undBildungseinrichtungen, in denen überwiegende Teil der SchülerInnenschaft Migrationsgeschichteaufweist, häufig von diesem Themengebiet gänzlich abgeschnitten sind. Das wiederum vernachlässigtzukünftige Berufsperspektiven und die Öffnung hin zu „grünen Berufen“. Auf der Pionierfläche an derOderstraße (THF) hat der Verein Taschengeldfirma e.V. stets, Umweltschutz und nachhaltigeTechnologien mit integrationsfördernden Themen verbunden. Das ökologische Experiment, das derTräger mit "Cine2Ride„ letztes Jahr eröffnet hat, soll mit der Kleinwindkraftanlage ausgebaut werden.

Geplante Maßnahmen:

Umsetzung regenerative Energieerzeugung

Fertigstellung Windrad:

Im Jahr 2016 steht die Fertigstellung des Windrads im Vordergrund. Sie umfasst mehrere Teilschritte, die erfüllt sein müssen, damit mit der Stromproduktion begonnen werden kann. Die vor Ort gewonnene elektrische Energie wird final in eine sogenannte Inselanlage eingespeist werden. Zum Aufbau dieser Inselanlage wird eine sichere Unterbringung benötigt. Als Technikraum wird dem Projekt ein Überseecontainer dienen. Zur Aufstellung des Containers auf dem Tempelhofer Feld wird ein Bauantrag gestellt. Nach Genehmigung des Bauantrags wird durch ein Prüfbüro, die zur Aufstellung des Containers vorgesehene Fläche freigemessen, um sicher zu stellen, dass sich keine gefährlichen Munitionreste aus dem 2. Weltkrieg darunter befinden. Anschließend werden Schraubfundamente im Boden befestigt und der Container wird auf die Fundamente gesetzt und arretiert. Anschließend wird ein Kabelweg, der vom Windrad zum Container führt, freigemessen. Der freigemessene, etwa 40-50 cm breite und ca. 20 m lange Weg wird auf 80 – 100 cm abgetieft. Auf dem Grund der Grube werden Leitungen verlegt. Im Container werden die Speichermodule und die dazugehörige Schalttechnik installiert und mit dem Kabelende, das durch ein Loch im Boden des Containers in das Innere des Containers zugeführt wird, verbunden. Nun kann die Installation der Turbine auf dem dafür vorgesehenen Holzturm folgen. Parallel hierzu wird die Programmierung und Aktivierung der Abschaltautomatik laufen. Die Abschaltautomatik wird in den Monaten Oktober-April die Ein- und Abschaltung der Anlage regeln. Damit wird das Risiko von Schlagopfern (Fledermäuse, Vögel) ausgeschlossen. Nach der Installation der Turbine, wird der Rotor mit dem zweiten Kabelende verbunden und die Anlage beginnt Energie einzuspeisen. Nach Errichtung der Inselanlage wird an der Außenwand des Containers eine öffentliche Steckdose angebracht und über diese allen BesucherInnen des THFs Strom zur Verfügung gestellt. Die hier genannten Arbeiten erfolgen mitEigenleistung/Eigenfinanzierung und sind bereits mit der Grünberlin Gmbh abgesprochen.

Aufbau Savoniusrotor:

Im Jahr 2017 wird die bestehende Anlage durch ein neues Modul ergänzt. Hierzu wird gemeinsam mit SchülerInnen der Karl-Weise-Schule ein zweites, kleineres Windrad aufgebaut. Es handelt sich um einen Savoniusrotor (Vertikalachser). Die Flügel werden aus zwei alten Dieselfässern hergestellt und damit den Kindern der nachhaltige Umgang mit Ressourcen demonstriert. Am Beispiel dieser beiden Windradtypen werden den Schulklassen Aufbau und unterschiedliche Einsatzgebiete von Windrädern

vorgestellt.

Energiekoffer:

Im Sommer 2017 wird an einer innovativen Erweiterung der Anlage gearbeitet. Zur weitflächigeren Verteilung des Windradstroms wird an rollfähigen Energiekoffern experimentiert. 4-5 Energiekoffer werden im Rahmen von Schulprojekttagen gebaut und verliehen. Die Koffer werden für Kurzeinsätze ausgelegt und nach Nutzung mit dem Windradstrom wieder aufgeladen. Auch diese Erweiterung der Anlage wird die im Projekt angebotene Bildungsarbeit unterstützen. Am Beispiel der Energiekoffer wird den SchülerInnen Wissen rund um die Speicherung elektrischen Stroms vermittelt.

Photovoltaik-Anlage:

Im Jahr 2018 wird die Inselanlage durch die Installation von Photovoltaikmodulen auf dem Dach des Technikcontainers komplettiert. Die kombinierte Energiegewinnung macht die Inselanlage effektiver und bietet ein praktisches Gerüst für die Gestaltung von Bildungsarbeit. Eine Schulklasse der Karl-Weise- Schule wird beim Bau der Photovoltaikanlage von Anfang an beteiligt. Gemeinsam mit den SchülerInnen werden die zu verbauenden Module ausgewählt. In diesem Rahmen lernen die SchülerInnen verschiedene Modultypen (Monokristallin, Polykristallin & Dünnschicht) kennen. Eine Aufständerung auf dem Containerdach wird installiert und auf diesem finden die Module später ihren Platz. Die Bauarbeiten auf dem Dach werden unter Beobachtung der SchülerInnen durchgeführt. Somit durchläuft die Schulklasse alle planerischen und baulichen Schritte auf dem Weg zur Errichtung einer Photovoltaik-Anlage und kann dieses gesammelte Wissen an einem Projekttag an andere Klassen weitergeben(positive Peerkultur).

Projektlaufzeit: 8/2016-12/2018

Projektmittel: 58.000€ (12000€ 2016 20000€ 2016 26000€ 2017)

Träger: Taschengelfirma e.V.  www.taschengeldfirma.net

Ansprechpartner: Talu Emre Tüntas

talu@taschengeldfirma.net