html_5 Quartiersmanagement Schiller-Kiez: Spielen im Müll? AnwohnerInnen diskutieren die Drogenproblematik im Kiez
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Spielen im Müll? AnwohnerInnen diskutieren die Drogenproblematik im Kiez

Eltern diskutierten am vergangenen Donnerstag in der Karlsgartengrundschule den Kinder- und Gesundheitsschutz auf Neuköllner Spielplätzen mit zahlreichen Gästen  und fachlichen Experten: Konsumutensilien, aber auch Müll und Vandalismus wurden zum Thema. Anlass zur ernsten Debatte gab ein Vorfall des Kontakts mit benutzten Drogenkonsumutensilien durch Kinder auf dem Spielplatz Mahlower Straße. Daraufhin initiierten besorgte Eltern die Podiumsdiskussion mit dem Ziel, konkret gegen die Problematik anzugehen.

Die Elternschaft debattierte mit Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey, Jochen Biedermann (Bezirksstadtrat und Leiter der Abteilung für Stadtentwicklung, Soziales und Bürgerdienste), Peter Herzfeldt, dem Präventionsbeauftragten der Polizei (Abschnitt 55), Wieland Voskamp dem Amtsleiter des Straßen- und Grünflächenamts Neukölln und Nicola Blättner von Fixpunkt, e.V., einem Verein, welcher sich niedrigschwellig und auf zahlreichen Ebenen für allgemeine Drogenhilfe und Gesundheitsförderung einsetzt.

Die Podiumsgäste waren sich grundsätzlich einig: Die Problematik hat zugenommen, 2017 sei ein deutlicher Anstieg der Spritzenfunde im öffentlichen Raum zu verzeichnen, insgesamt 4.000 Funde über das Jahr hinweg. Der Konsum illegaler Drogen in Neuköllner U-Bahnhöfen hätte ebenso zugenommen. Frau Dr. Giffey betonte die Verdrängungseffekte, welche verstärkte Polizeieinsätze zur Folge haben – die Problematik verlagert sich lediglich, eine schnelle Lösung gibt es definitiv nicht.

Bisherige Maßnahmen

Nichtsdestotrotz ergreift der Bezirk seit einiger Zeit verstärkt Maßnahmen zur Bekämpfung des Problems: Ein Drogenkonsummobil ist bereits 3-mal wöchentlich an der Karl-Marx-Straße Ecke Kirchhofstraße stationiert. Dieses Mobil erlaubt den Abhängigen einen medizinisch überwachten Konsum und wird bereits gut angenommen. Sowohl die Betreiber Fixpunkt e.V. als auch das Bezirksamt sind sich allerdings einig: die bisherigen Einsatzzeiten reichen bei Weitem nicht aus, es braucht mehr finanzielle Unterstützung von Seiten des Senats. Gespräche diesbezüglich werden bereits geführt.
Auch das Vorhaben einen stationären Konsumort zu schaffen und den Abhängigen somit zusätzlich einen sicheren Aufenthaltsort zu gewährleisten, sei im Bezirk schon lange in der Diskussion. In anderen Bezirken und Städten funktioniere dieses Konzept gut, bestätigt Frau Blättner von Fixpunkt. Problematisch erscheinen hierbei die widersprüchlichen Standpunkte der Parteien, vor allem aber auch das Ausmachen eines geeigneten Ortes im Bezirk.
Seit März 2017 wurde außerdem die Straßensozialarbeit im Bezirk Neukölln verstärkt, welche vor Ort Aufklärung für illegal Drogenkonsumierende betreibt. Aber auch in diesem Bereich würden weitere Mittel benötigt, um flächendeckend arbeiten zu können.
Zusätzlich wurden mittlerweile in Neukölln spezielle Entsorgungseimer für Spritzen installiert (z.B. am Boddinplatz), welche ebenfalls gut genutzt werden. 


Spielplatz Mahlower Straße

Nach Informationen aus dem Bezirksamt sei die Problematik auf dem Spielplatz in der Mahlower Straße vergleichsweise weniger dramatisch als an anderen Neuköllner Spielplätzen. Dennoch ist eine umfangreiche Sanierung schon seit längerer Zeit geplant und beschlossen – nun steht der Realisierung nichts mehr im Wege. Ein ausführliches Beteiligungsverfahren zur Spielplatzgestaltung wird bereits im Frühjahr anlaufen, der Baubeginn soll Anfang 2019 stattfinden. Der Vorschlag, Spielplätze einzuzäunen und nachts abzuschließen sei aufgrund des Personalaufwands nicht leistbar – und wurde zudem von Vielen im Publikum abgelehnt. Herr Voskamp betonte, dass sämtliche Neuköllner Spielplätze regelmäßig vom Grünflächenamt gewartet und gesäubert werden. Auch das Ordnungsamt und Fixpunkt e.V. kontrollieren immer wieder die prädestinierten Orte.

Die nächsten Schritte: Was Senat, Bezirk und BewohnerInnen tun können

Klar wurde: eine hundertprozentige Sicherheit vor Konsumutensilien auf Spielplätzen gibt es nicht. Allerdings gibt es dennoch konkrete Interventionen, die helfen, der Entwicklung entgegen zu wirken:

  • Das Plenum ist sich einig, dass Präsenzzeiten des Drogenkonsummobils deutlich erhöht werden müssen und sich langfristig für eine stationäre Variante eingesetzt werden muss, um sichere Räume für Süchtige zu schaffen. Es laufen weiterhin Gespräche mit dem Senat bezüglich mehr Finanzierungsmöglichkeiten für das Drogenkonsummobil und die Straßensozialarbeit.
  • Derweil können auch Spielplatzpatenschaften mit Engagierten im Rahmen des Schön-Wie-Wir-Programms des Bezirk Neukölln geschlossen werden, um auch auf zivilgesellschaftlicher Seite ein Auge auf Konsumutensilien zu haben.
  • Wichtig ist, dass Spritzenfunde stets an Fixpunkt e.V. gemeldet werden, damit das Team die Orte im Blick behalten kann. Auch die Ordnungsamt-App kann für das Melden von Spritzenfunden genutzt werden.
  • Das Beteiligungsverfahren für den Spielplatz Mahlower Straße wird wie immer über das Quartiersmanagement bekannt gegeben, hierzu sind alle AnwohnerInnen herzlich eingeladen.
  • Die stichfesten Spritzenmülleimer können beim Bezirk angefordert werden, ebenso wie mehrsprachige Plakate mit Informationen für Drogenabhängige von Fixpunkt e.V., welche auch von AnwohnerInnen an akuten Orten angebracht werden können (z.B. Spielplatz, Hauseingang, etc.).
  • Der Präventionsbeauftrage der Polizei, Herr Herzfeldt, informiert und berät gerne über sichere Schließtechniken für Hausverwaltungen. Auch Präventionsarbeit an Schulen wird weiterhin stark gefördert.


Informieren Sie sich hier über bald anstehende Termine.

 

Alina Schütze