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Stadtforum zum Thema Wohnen

Stadtforum Wohnen im Kühlhaus Berlin: 194.000 mehr Wohnungen bis 2030?

Eure Meinung zum Thema!

Noch bis Ende November kann und soll die Stadtöffentlichkeit diskutieren!

Am vergangenen Montag, den 20. November, fand im Kühlhaus Berlin das zweite Stadtforum der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen zum namensgebenden und allgegenwertigen Thema WOHNEN statt. Im Rahmen des Stadtentwicklungsplan 2030 (StEP) soll eine neue öffentliche Debatte angestoßen werden, an der sich bereits zahlreiche Besucher beteiligten. Neue Instrumente sollen erprobt werden, wie z.B. der Online-Dialog, der noch bis Ende November offen steht.

Senatorin Lompscher erinnerte im Kontext des starken Stadtwachstums an das Wohnen als Grundrecht und die Wichtigkeit von bezahlbarem Wohnraum für Gering- und Mittelverdiener, welche den Großteil der Berliner Stadtgesellschaft ausmachen. Die große Herausforderung: es benötigt 194.000 Wohnungen bis 2030! Verdichtung und Neubau sind unausweichliche Strategien und all das am besten mit so viel Partizipation wie möglich. Bereits zu diesem frühen Zeitpunkt gab es reges und vielseitiges Feedback aus dem Publikum: Naturschutzbund, SPD, Stadt von Unten und meldeten sich mit kritischen Anmerkungen zu Wort.

Die Senatsverwaltung erläuterte anschließend gemeinsam mit der beauftragten RegioKontext GmbH die Leitlinien des  StEP Wohnen 2030, nannte aktuelle Kalkulationen und betonte die Wichtigkeit, Wohnraum auch gemeinsam mit gewerblichen Entwicklungen zu denken, denn auch hier ergäben sich Nutzungskonflikte. Die schockierend hohen Zahlen an benötigtem Wohnraum machen Unmut. Dennoch seien 179.00 Wohneinheiten als „realistisches Potenzial“ ausfindig gemacht worden, hierunter gelten auch Strategien für den Bestand. Prof. Rudolf Scheuvens von der TU Wien macht als Moderator „Mut zur Stadt“ betont jedoch die Dimension der Herausforderung: Es werden praktisch jedes Jahr neue Kleinstädte in Berlin gebaut!

Im Forum „Neue Quartiere bauen!“ diskutierten  Christian Schöningh  (Die Zusammenarbeiter mbH) und Snezana Michaelis (Gewobag) mit Prof. Klaus Overmeyer (Urban Catalyst GmbH), Bärbel Winkler-Kühlken (Architektenkammer Berlin) und dem Publikum, wie Vielfalt in den großen Dimensionen der neu zu bauenden Quartieren entstehen kann. Wie wachsen Neu und Alt zusammen? Frau Michaelis setzt die Zukunftsperspektive: „Was heute Stadtrand ist, ist morgen Innenstadt!“. Um die gewünscht Belebtheit und zeitgenössische Mischung der Quartiere zu erreichen, darf nicht alles durchgeplant werden, bemerkt Herr Schöningh, es brauche Optionsräume, interessante Erdgeschosse und eine bunte Mischung an Entwicklern und Akteuren, die verschiedene Impulse geben. Ideen entstünden stets im lokalen Kontext, es gibt also keine pauschale Anleitung für die Errichtung neuer Quartiere. Und auch die Architektur sei hier sogar manchmal nebensächlich. Neue gemeinschaftliche und alternative Wohnformen seien gefragt, Selbstausbauoptionen und Freiräume müssen her. Wie können diese erfolgreichen kleinräumigen Lösungen nun auf den benötigten Maßstab gebracht werden? So genau weiß das noch keiner.

Im Forum "Wohnen leistbar machen" diskutierten Andreas Schulten von der Bulwiengesa AG, Jan Kunert für die Wohnraumversorgung und Dr. Jochen Lang von der Senatsverwaltung. Erstaunlich einige war man sich in dieser Runde was die verschiedenen notwendigen Schritte anging um die "Marktmacht der Privaten zu brechen". Berlin muss dauerhaft sozialen Wohungsbau schaffen und vor allem sichern, damit die Wohnungen erstens länger in der Förderung sind (mindesten 30 eher jedoch 50 oder 100 Jahre), zweitens dauerhaft zur Verfügung stehen (Also keine öffentlichen geförderten Wohnungen mehr Verkauft werden dürfen!). Wichtige Voraussetzung um günstiges Wohnen und Bauen zu ermöglichen wäre vor allem eine Änderung der Bodenpolitik. Hier ist vor allem der Bund gefragt, jedoch will Berlin wie bereits geschehen weitere Anträge im Bundesrat einbringen um die Imobilienspekulation einzudämmen. Alle Vertreter waren sich einig das der Senat schärfer in diesen Bereichen vorangehen muss, in dem z.B. städtebauliche Verträge bei Wohnungsneubau auch mal mit 50% sozialem Wohnungsbau ausgehandelt werden, da immerhin knapp 60% aller Berliner Anrecht auf einen Wohnberechtigungsschein haben und immer weniger Wohnungen im unteren Marktsegment zur Verfügung stehen.   

Die Senatsverwaltung scheint sich zu Ende der Veranstaltung mit den Beteiligten einig zu sein: Spekulanten müssen gestoppt werden, der Flächenverkauf besser reguliert, die Liegenschaftspolitik verbessert und dennoch gewisse Verfahren beschleunigt werden. Denn der Quartiersentwicklung müsse trotz dem enormen Druck Zeit gelassen werden. 194.000 neue Wohnungen: es bleibt eine spannende Herausforderung!

Alina Schütze