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Teamarbeit Bebauungsplan – ein Stadtplatz für St. Jacobi ab 2021

Es gibt Neues bezüglich der Friedhofsentwicklung im Neuköllner Norden – der Evangelische Friedhofsverband hat gemeinsam mit Expert*innen aus vier Planungsbüros einen Teil-Bebauungsplan für den St. Jacobi-Friedhof erarbeitet. Nach einer gut besuchten Infoveranstaltung am vergangenen Donnerstag, beginnt jetzt die frühzeitige Beteiligung Online und im Bezirksamt.

Schnell füllte sich die Emmaus-Kapelle am Mariendorfer Weg am Abend der Infoveranstaltung – trotz des äußerst ungemütlichen Wetters. Denn es ging nicht nur um die erste konkrete Bebauung auf dem St. Jacobi-Friedhof. Die Veranstaltung stand damit ganz grundsätzlich für den Umgang mit den so zahlreich freiwerdenden Friedhofsflächen der Stadt.

Ekkehard Gahlbeck, Geschäftsführer des Evangelischen Friedhofsverbandes, welcher 46 Friedhöfe in Berlin verwaltet, erläutert in diesem Kontext noch einmal für alle die grundlegenden Veränderungen in der Bestattungskultur. Sie führen dazu, dass große Teile der Friedhofsflächen nicht mehr benötigt werden. Derzeit werden nur ca. 25% der Flächen zur Bestattung genutzt – der Pflegeaufwand der Restflächen ist immens. Der Friedhofsverband ist somit auch finanziell gezwungen, neue Nutzungen zu finden. Aber auch das Potenzial dieser innerstädtischen Nachnutzungskonzepte ist riesig. An ihnen arbeiten seit einigen Jahren zahlreiche Expert*innen.

Bebauungsplan mit Urbanem Gebiet

Im Falle des St. Jacobi-Friedhofes, dessen Teilflächen bereits durch die Prinzessinnengärten genutzt und gepflegt werden, arbeiten vier Planer*innenteams an neuen Ideen. Zum Beispiel Stattbau, welche seit 2014 für das Integrierte Friedhofsentwicklungskonzept (IFEK) und dessen Umsetzung zuständig sind und sich um die planerischen Rahmenbedingungen kümmern. Außerdem die Baufrösche, welche den städtebaulichen Wettbewerb zum B-Plan-Verfahren gewonnen haben und nun an den Entwürfen feilen. Gruppe Planwerk kümmert sich um die formelle B-Plan-Aufstellung und die Organisation der entsprechenden Gutachten wie Verkehrs- und Entwässerungsgutachten, Schalltechnische Untersuchung und Umweltprüfung. Gruppe f Landschaftsarchitekten sind für die konkrete Grünflächenplanung zuständig, welche den besonderen grünen Charakter der Flächen mit den Bauvorhaben abwägt.

Das Expert*innenwissen ist nun in den B-Plan geflossen, welcher ein sogenanntes Urbanes Gebiet vorsieht – ein Mischnutzungsgebiet aus Wohnen, Gewerbe und öffentlich zugängliche Nutzungen. Dies natürlich unter Berücksichtigung der denkmalgeschützten Kapelle die zum Nachbarschaftsort "Kiezkapelle" umgenutzt wird und der uneingeschränkten Friedhofsnutzung für Trauernde. Die Pläne sehen eine relativ dichte Bebauung (jedoch max. 60% der Fläche) vor, die allerdings durchlässig wirken soll, Blickbeziehungen erhält und somit mit der Blockrandbebauung bricht. Die Bebauung ordnet sich um einen Stadtplatz bzw. Quartiersplatz an, welcher Öffentlichkeit schafft. Es wird ebenso betont, dass ein großer Teil der Grünfläche im Inneren des Friedhofs und auch die alten Bäume weitestgehend erhalten bleiben. In einem der geplanten Gebäude an der Hermannstraße soll ein Umweltzentrum entstehen, das Umweltbildung gemeinsam mit den Prinzessinnengärten und vielen lokalen Akteuren aus dem Feld Naturschutz und Klima zum Schwerpunkt machen will.

Modellhafte Erprobung für den Umgang mit freiwerdenden Friedhofsflächen

Die frühzeitige Beteiligung ist ab sofort bis zum Frühjahr 2020 angeordnet, die formelle Beteiligung von Frühjahr bis Herbst 2020 und der Beschluss des B-Plans für das erste Quartal 2021 anvisiert. Die Ideen für St. Jacobi stehen somit für mehr als nur ein einzelnes Teilstück des Friedhofs. Hier wird modellhaft ausgehandelt, welche Mischnutzungen mit Fokus auf sozialer Infrastruktur, leistbarem Wohnen und umweltverträglichen Bauvorhaben, möglich sind. Auch in der Emmaus-Kapelle wird an diesem Abend diskutiert, wie bauliche Entwicklungen auf Friedhöfen und die grundsätzliche Beschneidung von Grünflächen in Neukölln mit der Klimakrise vereinbar sind. Die Planungen, welche nun nach und nach Gestalt annehmen, werden auf der Fläche passenderweise von den Prinzessinnengärten begleitet, welche bereits seit letztem Jahr die behutsame Umnutzung der Flächen erproben.

 

Noch bis zum 13. Dezember können sie sich Online auf mein.berlin zum B-Plan beteiligen. Auch vor Ort im Bezirksamt Neukölln sind Stellungnahmen möglich.