html_5 Quartiersmanagement Schiller-Kiez: Visionen für einen selbstorganisierten Schillerkiez – die Stadtteilkonferenz 2019
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Aktuelle Termine

Dienstag, 20. August 2019  18:30 Uhr

Mieterberatung

Donnerstag, 22. August 2019  09:30 Uhr

Mieterberatung

Donnerstag, 22. August 2019  18:00 Uhr

Ausstellungseröffnung 20 Jahre QM Schillerpromenade

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Sommerfest am Wartheplatz

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Samstag, 07. September 2019  14:00 Uhr

Kiezrundgang 20 Jahre QM Schillerpromenade

Dienstag, 10. September 2019  18:30 Uhr

Mieterberatung

Visionen für einen selbstorganisierten Schillerkiez – die Stadtteilkonferenz 2019

Quartiersmanagerin Agnes Ludwig begrüßt das Publikum
Bezirksbürgermeister Martin Hikel
Eine volle Kinderwelt am Feld
Bettina Neff vom Evangelischen Friedhofsverband...
...erläutert die aktuellen Pläne
Pausengespräche zwischen Senat und Bezirk
Der Open Space lässt Projekte mit BewohnerInnen ins Gespräch kommen
Viele Kiezprojekte stellen sich vor
Arbeitsgruppe Beteiligung
Arbeitsgruppe Barrierefreiheit
Arbeitsgruppe öffentlicher Raum
Agnes Ludwig fasst die Ergebnisse zusammen

Die Stadtteilkonferenz in der Kinderwelt am Feld richtete vergangenen Samstag einen langfristigen Blick auf die Entwicklungen im Schillerkiez. Konstruktiv, rücksichtsvoll und vor allem ideenreich diskutierten 80 NachbarInnen, VertreterInnen aus Politik und Verwaltung sowie Initiativen Ideen für einen Schillerkiez „auf eigenen Beinen“.


Als Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Soziales und Bürgerdienste Jochen Biedermann das Publikum zu Beginn der Veranstaltung fragt, wie viele Anwesende bereits vor 20 Jahren und damit zu Beginn des Quartiersmanagements im Kiez lebten, meldet sich bloß eine einzige Person. Dass sich im Schillerkiez viel gewandelt hat, darüber sind sich mittlerweile alle einig. Dass davon nicht alles nur positiv ist, ist ebenso offensichtlich. Und dennoch (oder gerade deshalb) sind zahlreiche alteingesessene BewohnerInnen in die Kinderwelt gekommen – genauso wie viele junge NachbarInnen, die zum ersten Mal bei einer Stadtteilkonferenz dabei sind. Das absehbare Ende des Quartiersmanagements bedeutet offensichtlich nicht das Ende der nachbarschaftlichen Beteiligung. Viele treibt die Frage um, wie sie sich neu und selbst organisieren und auch nach 2020 an den Entscheidungen im Kiez teilhaben können.


Beteiligungsstrukturen aufrechterhalten!

Der erste Schritt in Richtung Verstetigung der BewohnerInnenbeteiligung ist die erfolgreiche Umsetzung des Aktionsplans. Und der ist seit 12. Februar nun offiziell vom Bezirksamt Neukölln beschlossen. Das heißt, dass nun die letzten durch das QM finanzierten großen Projekte initiiert werden. In seinem Grußwort machte Bezirksbürgermeister Martin Hikel allerdings deutlich, dass dies nicht das Ende aller bezirklichen Aufmerksamkeit für den Schillerkiez bedeute. Neukölln spricht bereits über eine/n Stadtteilbeauftragte/n für die weitere Koordination des Gebietes. Mit weniger intensiver Betreuung, aber einer Befähigung der Gebietsvertretung „von unten“. Jochen Biedermann erinnerte daran, dass die Stadtteilkonferenz auch dazu da sei, sich von nun an selbst weiter zu vernetzen, ob Privatperson, Initiative oder AkteurIn. Inklusive sämtlicher Baumaßnahmen werden die Ausläufer der QM-Förderung allerdings noch bis 2024 wirken.


Anstehende Projekte bis 2020

Sowohl im Aktionsplan als auch über bezirkliche Förderungen sind noch zahlreiche konkrete Projekte vorgesehen. Die Ausschreibung für das Schillament (Arbeitsstitel), das zukünftige selbstorganisierte Beteiligungsgremium, das an den Quartiersrat anschließen soll, wird z.B. bereits im März veröffentlicht. Auch die Schillerwerkstatt soll als Leuchtturmprojekt weiter gefördert werden. Es bestehen bereits Ideen diese langfristig in das Haus des gemeinnützigen Journalismus der Schöpflin-Stiftung auf dem ehemaligen Jerusalems-Friedhof zu integrieren. Außerdem werden die Kiezeinrichtungen wie das Mehrgenerationenhaus in der Mahlower Straße, das Nachbarschaftshaus „Vielfalt“ in der Karlsgartenstraße und die neue Infokapelle an der Hermannstraße weiterhin als Ankerpunkte fungieren. Für Räumlichkeiten zur Selbstorganisation ist also weiterhin gesorgt.

Aus dem Baufonds werden außerdem der neue Mahlower Spielplatz (400.000 Euro) und die Teilsanierung des Schulhofes der Karl-Weise-Schule (110.000 Euro) finanziert. Auch eine Verschönerung des Wartheplatzes (ca. 250.000 Euro) und die Sanierung der Schillerpromenade (800.000 Euro) stehen im Raum. Konkrete Maßnahmen wie bessere Gehwege in Teilen der Mahlower Straße, die fahrradfreundliche Sanierung der Oderstraße, eine sichere Straßenkreuzung an der Ecke Thomasstraße/Hermannstraße und die Erneuerung des grünen Weges sind allesamt in der Planung. Auch wenn viele dieser Maßnahmen etwas Geduld erfordern werden, sieht es gut aus für die infrastrukturelle Entwicklung im Schillerkiez.

  

Das große Potenzial der Friedhofsflächen 

Bettina Neff präsentiert die für die Nachbarschaft außerordentlich wichtigen Pläne des Evangelischen Friedhofsverbands Berlin Stadtmitte für die Friedhofsflächen an der Hermannstraße. Denn baulich wird hier in den nächsten Jahren am meisten passieren. Mit den Plänen der Schöpflin-Stiftung für das Haus des gemeinnützigen Journalismus (das neues Zuhause für Correctiv sein wird) und dem SPORE-Projekt, gibt es bereits erste konkrete Entwürfe. Außerdem soll es bezahlbare, genossenschaftliche, ökologische und barrierefreie Wohnbebauung auf mehreren Abschnitten der Gelände geben. Städtische Genossenschaften werden hier genauso involviert wie vielfältige Baugruppen und Initiativen – dies sei auch im Interesse des Bezirks, so Jochen Biedermann. Herr Grothe vom Stadtentwicklungsamt kommentiert den Status der entsprechenden Planverfahren im Bezirk, die sehr unterschiedlich weit fortgeschritten sind. Klar wird jedoch, dass es mehrheitlich grün bleiben soll und eine aufgelockerte Bebauung geben wird. Auch die Bespielung des Neuen Jacobi Friedhofs durch die Prinzessinnengärten ist langfristig gedacht. Hier haben sich schon einige NachbarInnen vernetzt und beim Gärtnern engagiert.


Bedenken und Kritik

Bei einschneidenden Veränderungen wie diesen, gibt es natürlich auch Bedenken und Kritik. Teile der bisher grünen Friedhofsflächen werden Bebauung weichen müssen. „Wer garantiert den „bezahlbaren“ Wohnraum und was bedeutet das überhaupt?“, fragt sich eine Anwohnerin. Auch die Erschließung über die Warthe- und Netzestraße erscheint einigen NachbarInnen problematisch. Weitere Bedenken sind der Ausweichstandort für die Rollheimer (die Wagenburg auf dem Neuen Jacobi Friedhof), das Thema der Fehlnutzung öffentlicher Räume durch Drogenkonsum und die größeren Verkehrseingriffe: Würde ein Radschnellweg am Tempelhofer Feld nicht mit den vielen Fußgängern kollidieren? Bezirksbürgermeister, Stadtrat, BezirksvertreterInnen und AkteurInnen stehen Frage und Antwort. Deutlich wird, dass die frühzeitige und gesetzlich vorgegebene Beteiligung durch den Bezirk teilweise an den Menschen vorbeigeht.

 

Aus den Arbeitsgruppen: Wie behalten wir unseren bunten Kiez?

Einige der thematisch individuellen Auseinandersetzungen wurden in den drei Arbeitsgruppen zu den Themen Beteiligung, Barrierefreiheit und öffentlicher Raum verhandelt. Viele interessierten sich für die zukünftigen Formen der Beteiligung, aber auch bezüglich des öffentlichen Raums wurde kontrovers und produktiv diskutiert. Am Ende geht es den meisten darum ihren diversen, bunten Kiez und seine Besonderheiten zu erhalten. Nach der Stadtteilkonferenz kann man zweifelsohne sagen: der Schillerkiez ist auf einem guten Weg in die engagierte Selbstorganisation.

 

Die Inhalte der Arbeitsgruppen werden bald auf diesen Seiten einsehbar sein.

 

Alina Schütze

Materialien zur Konferenz