html_5 Quartiersmanagement Schiller-Kiez: Zukunft Friedhöfe
Logo Städtebauförderung durch Bund, Land und Gemeinden Logo Bundesregierung
Logo Europäischer Fonds für regionale Entwicklung Logo Stadt Berlin
Logo Soziale StadtLogo Bezirk Neukölln
Logo Europäische Union

Zukunft Friedhöfe

Entwicklungskonzept für die Friedhöfe an der Hermannstraße

Jürgen Quandt vom Evangelischen Friedhofsverband Berlin Stadtmitte
Uwe Preissler, STATTBAU Stadtentwicklungsgesellschaft mbH
Die PodiumsteilnehmerInnen
Die Ausstellung
Das Gebiet

Der Evangelische Friedhofsverband Berlin Stadtmitte hat für fünf Friedhöfe an der Hermannstraße ein integriertes Entwicklungskonzept (IFEK) erarbeiten lassen, das ökologische, kulturelle, religiöse, soziale und wirtschaftliche Ziele berücksichtigen soll. Dies wurde im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung mit Ausstellung am 24.2. in der Carl-Legien-Schule vorgestellt. Die Halle war mit ca. 80 interessierten AnwohnerInnen gut gefüllt. Bereits am 13. Februar hatte ein Ortsbegehung stattgefunden. Hier lässt sich eine Präsentation mit den Grundzügen der Planung einsehen.
Den Eröffnungsvortrag hielt der Pfarrer im Ruhestand Jürgen Quandt vom Evangelischen Friedhofsverbands Berlin Stadtmitte. Er erläuterte die Motivation des Verbandes der seit Februar 2009 besteht, als sich 11 Kirchengemeinden zusammengeschlossen haben. Der Verband verwaltet 45 Friedhöfe in 7 Bezirke auf einer Fläche von 250 ha Fläche. Auf dem St. Thomas-Friedhof sei die letzte Beisetzung 1988 erfolgt, es ergebe sich die Frage, was macht man mit so einer Fläche? Die Kosten laufen weiter, es gibt jedoch keine Einnahmen mehr. Laut Friedhofsentwicklungsplan von 2006 sei künftig 50 % der Friedhofsfläche nicht mehr nötig, da Erdbestattungen zurückgingen, Urnengräber und Gemeinschaftsgräber anteilsmäßig zunähmen.

Uwe Preissler von Stattbau ging in seinem Vortrag auf das Leitbild „Inseln im Häusermeer - bewahren und entwickeln“ und die weiteren Schritte ein. Ungefähr die Hälfte der Fläche solle als Friedhof erhalten bleiben, allerdings in die Nutzung der bulgarisch-orthodoxen Gemeinde (jetziger Friedhof Jerusalem V) und für Menschen muslimischen Glaubens (St. Jacobi) übergehen. Knapp 30 % sollen zu öffentlich zugänglicher Freifläche werden, ca. 7 % für Sonderbauflächen und weitere 17 % für Wohnflächen ausgeschieben werden. 

Die große Überraschung des Abends war aber die Ankündigung, dass auf dem Gelände Jerusalem V wohl noch in diesem Jahr eine Geflüchtetenunterkunft gebaut werden soll. Der Bau soll zwei Flügel haben und 130 und 70 Plätze in hoher Qualität bereitstellen. Bauträger bleibt der Friedhofsverband, Betreiber soll die Diakonie werden. Gebaut werde nicht nur für den Übergang und die Mischung auf dem Gelände, auf dem sich auch die Gärtnerei befindet und bald auch eine Gedenkstätte für die kirchlichen Zwangsarbeiter.